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Kurzdarmsyndrom Behandlung

 

Kurzdarmsyndrom: eine therapeutische Herausforderung

So individuell wie der Krankheitsverlauf mit Kurzdarmsyndrom sein kann, so unterschiedlich gestalten sich auch die Behandlungsmöglichkeiten. Dein Darm ist bis zu einem gewissen Umfang in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Die durch eine Operation verursachte reduzierte AufnahmefÀhigkeit, kann aber auch zusÀtzlich durch eine optimierte ErnÀhrung oder schlussendlich durch eine Hormonbehandlung gestÀrkt werden.

Welche Behandlung am besten fĂŒr Dich geeignet ist, besprichts Du am besten mit Deinem MultidisziplinĂ€ren Betreuungsteam, unter anderem bestehend aus: Gastroenterologen, Chirurgen und ErnĂ€hrungsberater. Das Ziel des Krankheitsmangagement besteht darin, Dir genĂŒgend NĂ€hrstoffe zur VerfĂŒgung zu stellen, den Verlust an FlĂŒssigkeit zu reduzieren, und die intestinale adaptation zu maximieren. Eine kurze Übersicht ĂŒber mögliche Optionen und mögliche Schritte findest Du hier:

Wiederherstellende Chirugie
Zuerst wird beurteilt, ob eine wiederherstellende Operation fĂŒr den Patienten in Frage kommt.
ErnÀhrungstherapie
Sollte das nicht der Fall sein oder sollte die Wiederherstellung nicht wirksam sein, wird die Optimierung der DiĂ€t und der FlĂŒssigkeitsversorgung eingeleitet. Dabei bekommt jeder Patient eine auf seine persönlichen BedĂŒrfnisse abgestimmte ErnĂ€hrungstherapie.
Begleittherapien
Im nĂ€chsten Schritt werden geeignete Begleittherapien herangezogen. Diese zielen einerseits auf die BedĂŒrfnisse akuter und chronischer Beschwerden der Patienten ab. Sie sollten andererseits die Adaption des Darms an die neuen Gegebenheiten fördern.
Hormontherapie
Schlussendlich kann bei Patienten mit Kurzdarmsyndrom eine hormonelle Therapie zur Förderung der Darmfunktion in ErwÀgung gezogen werden. Diese kann die Anpassung der Darmzotte und Darmkrypten an die erschwerte Situation fördern und Kurzdarm-Patienten helfen, den Bedarf an parenteraler ErnÀhrung zu reduzieren oder diese ganz abzusetzen.

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Welche Rolle spielt die (parenterale) ErnÀhrung beim Kurzdarmsyndrom?

FĂŒr Kurzdarmsyndrom Patienten gibt es keine einheitliche „DiĂ€t“. Je nachdem, wie viel und welcher Abschnitt des Darms entfernt wurde, kann der Darm noch gewisse Restfunktionen ĂŒbernehmen, sodass auf kĂŒnstliche ErnĂ€hrung verzichtet werden kann.

Es ist sehr wichtig, dass die ErnĂ€hrung immer ganz individuell auf die BedĂŒrfnisse bzw. den NĂ€hrstoff- und FlĂŒssigkeitsbedarf des Einzelnen abgestimmt werden und Du somit alle Massnahmen immer mit Deinen Ärzten und/oder ErnĂ€hrungsberatern besprichst.

Wenn die AufnahmefĂ€higkeit des Darmes vorĂŒbergehend oder dauerhaft eingeschrĂ€nkt ist, sodass eine „normale“ (enterale) ErnĂ€hrung nicht mehr ausreicht, wird eine kĂŒnstliche (parenterale) ErnĂ€hrung durch Infusionen ĂŒber eine Vene notwendig. Auf diesem Wege werden NĂ€hrstoffe, Wasser, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine zugefĂŒhrt. Die parenterale ErnĂ€hrung (pE) ist somit eine lebenserhaltende Therapie – man spricht von Kurzdarmsyndrom mit chronischem Darmversagen. weiter >>

Die Zusammensetzung und der Umfang der parenteralen ErnĂ€hrung richtet sich nach dem individuellen Bedarf eines Patienten, d. h. nach der Restfunktion des Darms und dem Ausmass der Malabsorption. Das Gesamtvolumen und die Elektrolytzusammensetzung sollten an die Netto-FlĂŒssigkeits- und Elektrolytverluste von Durchfall bzw. Stoma-Output angepasst werden und diese mindestens ausgleichen.

Die Parenterale ErnĂ€hrung gleicht also den FlĂŒssigkeitshaushalt aus und stellt die Energieversorgung des Körpers sicher. Um beides zu ermöglichen setzt sich die Parenterale ErnĂ€hrung aus verschiedenen Bestandteilen wie Wasser, Mineralien, Mikro- und MakronĂ€hrstoffe zusammen.

Wichtig zu wissen:

  • FĂŒr jeden Patienten wird ein individueller Plan festgelegt.
  • RegelmĂ€ssige Kontrollen sowie eine Anpassung der Therapie sind oft notwendig.
  • Ziel der Behandlung ist die kontinuierliche Optimierung der Parenteralen ErnĂ€hrung, das heisst eine medizinisch, technisch und sozial optimale und komplikationsarme Versorgung des Patienten bei möglichst geringer AbhĂ€ngigkeit von anderen.

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Hier findest Du Antworten von deutschen Experten auf die hÀufigsten Fragen rund um das Thema Kurzdarmsyndrom und ErnÀhrung.

Experten geben Antworten auf Deine hÀufigsten Fragen. weiter >>

Finde weitere Informationen auch unter (Leben mit CED -> Wann ist eine kĂŒnstliche ErnĂ€hrung sinnvoll) weiter >>

Kann der Darm operativ vergrössert werden?

FĂŒhren bei einem Kurzdarmsyndrom diĂ€tetische und medikamentöse Massnahmen nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, können noch chirurgische Massnahmen in ErwĂ€gung gezogen werden.

Ziele eines chirurgischen Eingriffs sind unter anderem die VerlÀngerung der Passage- und Kontaktzeit des Speisebreis mit dem Darm sowie die Vergrösserung der ResorptionsflÀche.

Bei Kindern liegt der Erfolg einer DarmverlĂ€ngerung – definiert als das Erreichen der intestinalen Autonomie (selbstĂ€ndige DarmtĂ€tigkeit) – bei circa 70%.

Ob ein operativer Eingriff im Einzelfall in Betracht kommt, muss ein auf diesem Gebiet erfahrener Chirurg entscheiden.↳

Neues therapeutisches Verfahren: Wachstumshormone?

Der gesunde Darm bildet Hormone (ein Botenstoff innerhalb des Körpers, der nur von speziellen Zellen produziert wird), die dabei helfen, die OberflĂ€che der Darmwand zu vergrössern. Eine grosse, gesunde OberflĂ€che der Darmwand erleichtert es dem Körper, FlĂŒssigkeiten und NĂ€hrstoffe aufzunehmen.

Eines dieser Hormone wird Glukagon-like Peptid-2 (GLP-2) genannt und kann durch die Entfernung bestimmter Teile des Darms möglicherweise nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden.

GLP-2 kann als Analoga, also in einer dem körpereigenen GLP-2 Àhnlichen Form, als Medikament verabreicht werden. GLP-2-Analoga können die AufnahmekapazitÀt des verbleibenden Darms verbessern.

Ob und ab welchem Zeitpunkt im Einzelfall eine hormonelle Therapie in Frage kommt, hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab. Dein Arzt ist hier der richtige Ansprechpartner, um alles ĂŒber diese Behandlungsmöglichkeit zu erfahren.

 

Aufbau der Schleimhaut mit Zotten und Krypten

 

Die GLP-2-Hormontherapie kann die OberflĂ€che der Schleimhaut vergrĂ¶ĂŸern, indem sie bewirkt, dass die Zotten lĂ€nger und die Krypten tiefer werden. Dadurch verbessert sich auch in einem verkĂŒrzten Darmabschnitte die FĂ€higkeit des Darms zur Resorption von NĂ€hrstoffen.

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Was wĂŒrde eine Darmtransplantation bedeuten?

Wenn die parenterale ErnĂ€hrung wiederholt zu Komplikationen fĂŒhrt und keine anderen therapeutischen und chirurgischen Alternativen mehr verfĂŒgbar sind, kommt noch die Transplantation eines gespendeten DĂŒnndarmes in Frage.

Die DĂŒnndarmtransplantation ist allerdings eine – im Vergleich zu Leber- und Nierentransplantationen – selten durchgefĂŒhrte Operation.

Leider können bei DĂŒnndarmtransplantationen auch Abstossungsreaktionen gegen das gespendete Organ auftreten, weil sich im DĂŒnndarm auch sehr viele Immunzellen befinden.

Der Nutzen und das Risiko einer Transplantation sollten sehr gut gegeneinander abgewogen werden. Die Entscheidung darĂŒber muss letztlich ein darauf spezialisiertes Zentrum treffen, weshalb wir Dir raten, hier mit Deinem Behandlungsteam in Kontakt zu treten.↳

Wenn auch die Seele Hilfe braucht

Freunde, der Partner und andere Familienangehörige will man auch nicht immer mit Problemen belasten. Deshalb ist es völlig in Ordnung, sich hier professionelle Hilfe zu suchen.

Zum Thema ErnĂ€hrung und chronisch entzĂŒndliche Darmerkrankungen findest Du bei der Patientenorganisation Crohn Colitis Schweiz weitere Informationen und UnterstĂŒtzung.

Bei Fragen rundum das Thema Kurzdarmsyndrom beantworten Experten aus Deutschland hier Fragen zu verschiedenen Themen.

Patienten erzÀhlen Ihre Geschichten. weiter >>

In dieser Podcast-Episode wird beleuchtet welche GefĂŒhle und Gedanken Adela Fanta nach Ihrer Diagnose von Morbus Crohn beschĂ€ftigt haben und welche Strategien sie entwickelt hat, um heute gut mit der Krankheit umzugehen. Ausserdem gibt es weitere Einblicke, wie man mit den TĂŒcken der Krankheit besser umgeht und wie man sich im Alltag besser entspannen kann.



Manchen Menschen hilft es auch, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Eine Möglichkeit dazu bietet die Selbsthilfe Kurzdarmsyndrom in Deutschland, eine Selbsthilfegruppe fĂŒr Betroffene mit Kurzdarmsyndrom und deren Angehörige sowie Interessierte.

Manchmal hilft es ja schon zu wissen, dass man mit seiner Erkrankung nicht alleine ist.↳

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